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Chronikder Schützengesellschaftvon 1433 Neumarkt i. d. OPf. e. V.Eine der ältesten und traditionsreichsten Sportarten ist das Schießen. Nicht nur für die Jagd, sondern auch zur Verteidigung von Leib und Leben, waren Pfeil und Bogen bereits in der Antike im Gebrauch. Der edelste und des freien Mannes würdigster Sport ist das zielsichere Schießen auf die Scheibe oder, wie von unseren Vorfahren gepflegt, auf einen Vogel. Eine Beschäftigung, die nicht nur der Unterhaltung und dem Vergnügen dienen, sondern auch zur Übung und Ertüchtigung im Gebrauch der Waffen und dadurch zur größtmöglichen Steigerung der Wehrhaftigkeit beitragen soll. Dieser Zweck wird auch tatsächlich in hohem Maße erfüllt, als Adel und Ritter noch die traditionelle Ausrüstung führten. Schon frühzeitig, das heißt bereits im 13. und 14. Jahrhundert, taten sich vielfach Schützen in den einzelnen Städten zu Gesellschaften, Gilden oder Vereinen zusammen. Die Gilden der Armbrustschützen waren Vereinigungen aus freien, angesehenen Bürgern; sie darf man wohl als eigentliche Vorfahren des heutigen deutschen Schützenwesens betrachten. Sie besaßen ausführliche, von den zuständigen Obrigkeiten gebilligte Statuten, hatten einen oder zwei Schützenmeister an der Spitze und übten sich auf ihren Schießplätzen (Schießhütten) regelmäßig im Gebrauch des Bogens, der Armbrust und der Büchse. Das Gildewesen und die Handwerkszünfte waren im 14.Jahrhundert bei den Bürgern die schützenden und bestimmenden Organisationen und nach dem Vorbild dieser Vereinigungen wurden die Schützengilden gegründet Schießen war zu allen Zeiten nicht nur Sport. Im Ernstfall wurden die Schützen auch zur Verteidigung der Heimat herangezogen. In Neumarkt blickt das Schützenwesen auf eine ehrwürdige Vergangenheit zurück. Unruhen zu dieser Zeit, Bedrohungen und viele Überfälle und Beutezüge der benachbarten Hussiten, ließen Bewohner und Verantwortliche in der Oberpfalz aufhorchen, denn sie wussten, dass sie gegen diese Eindringlinge gemeinsam mehr erreichen konnten als ein Einzelner und das veranlasste sie, eine Schützengesellschaft ins Leben zu rufen. Die Städte mussten sich ihrer Feinde aus eigener Kraft erwehren und deshalb waren die Schützen in geschlossene Gruppen eingeteilt, deren jede für einen bestimmten Abschnitt der Stadt verantwortlich war. Auch die Bau- und Reparaturarbeiten an den Verteidigungsanlagen mussten sie selbst vornehmen. Sie bildeten eine Bürgerwehr. Für die Bewaffnung und Ausrüstung musste jeder Schütze selbst aufkommen. Eine Verpfändung oder gar Verkauf der Ausrüstung wurde streng geahndet. Gerade im 15. Jahrhundert war die Oberpfalz Kriegsschauplatz. Nach der Hinrichtung des böhmischen Reformators Johann Huss entbrannten von 1420 bis 1434 die Hussitenkriege, welche in der Oberpfalz große Leiden verursachten. Diese Feldzüge waren Anlass, dass sich Bürger und Schießgesellen zusammentaten und als Fußvolk mit Rittern und Adeligen ihre Habe verteidigten.
1433 war für die Schützengesellschaft und für die Stadt ein bedeutendes Jahr.
Auf das größte, am 25.08.1433 durchgeführte Armbrustschießen in Nürnberg, zu dem auch zwei Neumarkter Schützen eingeladen waren, geht die Entstehung der Schützengesellschaft zurück. Geschossen wurde aber bereits vor 1433, denn wo sonst als in einer Schützengesellschaft sollte der Mann den Umgang mit der Waffe erlernen? In der Blütezeit des Schützenwesens spielten auch Neumarkter Schützen eine große Rolle. Bei Preisschießen in Nürnberg waren sie oft dabei, sowie in Regensburg, Stuttgart, Bad Mergentheim, Amberg oder Weiden, dazu noch viele kleine Freischießen in der engeren Heimat vereinten die Schützen in froher Bruderschaft. Alljährlich fand auch im bayerischen Raum ein „öffentliches“ Preisschießen mit festlichem Aufzug und allerlei Volksbelustigungen statt. Ab und zu wurden auch auswärtige Schützenbrüder in größerer Zahl hierzu eingeladen und dann das Schützenfest in besonderer Feierlichkeit begangen, wie dies z.B. 1467 in München, 1493 in Landshut, 1540 in Hof und 1555 in Passau der Fall gewesen ist.
Das Jahr 1486 brachte die Umwandlung der Neumarkter Armbrustschützen in eine religiöse Bruderschaft (=Gilde) auf freiwilliger Basis mit sich und demnach war auch die Mitgliederzahl der Schützen begrenzt. Am deutlichsten wird die religiöse Grundeinstellung aller alten Schützengesellschaften bei den Aufnahmebestimmungen sichtbar. In die Gilde wurde aufgenommen, wer christlichen Glaubens war, tadelloser Herkunft und das Bürgerrecht besaß. Auf die Haltung und das moralische Betragen der Mitglieder wurde Wert gelegt. Es konnten deshalb nur ehrbare Bürger und Bürgersöhne Aufnahme finden. Diese Bruderschaft diente auch der Pflege des religiösen Lebens, ähnlich wie bei den Handwerkszünften. Es gibt sicherlich nur ganz wenige Schützengesellschaften, die eine solche Bruderschaft vorweisen können, wie wir sie in Neumarkt seit dem 8. Januar 1486 hatten. Die Schützen der Stadt Neumarkt haben zu Ehren Gottes, der seligen Jungfrau und des Hl. Sebastians im Besonderen mit Zustimmung des Stadtpfarrers Dr. Johann Bruckhay eine Bruderschaft in der Pfarrkirche gegründet, die Bischof Wilhelm von Reichenau am 8.Januar 1486 bestätigte. Als Bruderschaft hatten sich die Schützen jeden Sonntag nach einer bestimmten Bruderschaftsordnung in der Kirche einzufinden. Wohl keine Stadt unserer Heimat war so oft in Kriegshandlungen verwickelt, wie die alte Reichsstadt Neumarkt. Die gesamte waffenfähige Mannschaft von Neumarkt wurde zum Kampfe aufgeboten, so auch die Schützen. Da die Kampfhandlungen oft hohen Tribut forderten, mussten gerade die Schützen immer wieder neu beginnen. Am Vorabend des St. Margaretentages (20. Juli) 1504, standen die Nürnberger mit einem großen Heerhaufen: 3100 Mann zu Fuß, 350 Reiter und 700 Bauern als Schanzgräber, sowie mit vier schweren und zahlreichen leichteren Geschützen vor Neumarkt und mühten sich, die Stadt um jeden Preis in ihre Gewalt zu bringen. Nähere Einzelheiten darüber findet man in den Manuskripten der Stadt Nürnberg, welche der ehemalige Bürgermeister Johann Mois aus Neumarkt 1838 durcharbeitete und zu einem interessanten Artikel zusammenfasste. Man liest dort, dass die Nürnberger sogar schon Geschütze und ( Feld-) Schlangen gehabt haben sollen, während die Neumarkter zum größten Teil noch “ritterlich“, d.h. mit Armbrüsten ausgerüstet waren., Eine Kanone mit Namen „Die Sebalderin“ schoss Kugeln von 263 Pfund in unsere Stadt bzw. Löcher in die Stadtmauer. So wurde dieser Krieg eine harte Sache für die Neumarkter Schützen. Die Belagerten wehrten sich tapfer, machten manchen glücklichen Ausfall und fügten dem Feind großen Schaden zu. Die Belagerung dauerte 3 Wochen. Schließlich brachten die Neumarkter es fertig, dass die Nürnberger Truppen am 28.Juli die Belagerung aufgaben und unverrichteter Dinge abziehen mussten. Der Feind lag zwischen Pölling und St. Anna. Da bei den Handgemengen oft Freund und Feind verwechselt wurde, steckten sich die Männer goldene und graue Schildchen an, denn Uniformen gab es damals noch nicht. Durch die großartig organisierte Verteidigung der Neumarkter Bevölkerung und ihrer Schützen, konnten die Gegner nicht in die Stadt eindringen. Diese heldenmütige, vom Erfolg gekrönte Verteidigung der beheimateten Bevölkerung, bildet das schönste Ruhmesblatt in der Geschichte Neumarkts. Unsere heimische Schützengesellschaft hat zu diesem glücklichen Ausgange sehr viel beigetragen und den Siegeslorbeer um ihre Fahne gewunden. Man wusste jetzt ihre hohe Bedeutung für das städtische Gemeinwesen erst recht zu schätzen, von allen Seiten wurde ihr Lob und Anerkennung gezollt. Beachtenswert ist, dass die Neumarkter mit Armbrüsten ausgerüstet waren und nur einige wenige trugen Feuerwaffen. Die Schützen verwerteten ihre Tüchtigkeit zum Nutzen der eigenen Heimat. Die Einberufenen hatten damals ihre eigenen - jedoch vom Befehlshaber vorgeschriebenen - Waffen mitzubringen. Im Archiv zu Amberg befindet sich z.B. eine Musterungsliste aus dem Jahre 1516, in der eine größere Anzahl Schützen aufgeführt ist. Insgesamt stehen etwa 60 Neumarkter in dieser Liste. Bei vielen steht dabei, dass sie eine „Puchse“, bei anderen, dass sie einen Spieß mitbringen sollen. Von allen aber wird verlangt, dass sie „Kragen und Haube“ (= rüstungsähnliche Bekleidung) besitzen. Diese Vorschrift geht auch aus einer Schützenordnung aus dem gleichen Jahr sowie aus einem Schreiben von 1636 hervor, welches der Neumarkter Rat an die Regierung in Amberg gerichtet hatte. In ihr heißt es:„Es soll ein jeder Puchsenschüz und Schüssgesöll seinen ganz aignen Schüßzeug haben und auch keines anderen Schüßzeug, oder die Hosen nit schiessen, welcher das haimblich oder offentlich yberfuhr (tut), den will ein Rhat darumb straffen.“ Als 1537 in Neumarkt die Reformation eingeführt wurde, mussten die Schützen ihre Bruderschaft wieder auflösen. Bei Durchführung der Reformation war die jahrzehntelange Hinwendung zum Religiösen wenig vorteilhaft, denn der „ehrbare Rat der Stadt“ kassierte das ganze Vermögen der Schützenbruderschaft. Das Vermögen wurde zur Stadtkammer eingezogen, jedoch auch weiterhin in den Rechnungen separat aufgeführt. Auch nach Verlegung der Residenz nach Amberg 1543 erhielt die Schützengesellschaft von ihrer Heimstadt wie bisher ihr „Vorthel“ und Zuwendungen. Im Jahre 1570 scheint der Stadtrat sich mit der Absicht getragen zu haben, den Schützen von ihrem bisherigen „Vorthel“( Beitrag zu den Schützenpreisen) etwas abzubrechen., wogegen sich die Schützen wehrten. Die Büchsenschützen reichten daraufhin eine Bittschrift ein, mit dem Inhalt: „ Dass ihnen an den zehn Gulden oder ihrem gewöhnlichen Hosentuch kein Abbruch geschehen sollte. “In der Stadtratssitzung vom 8. August 1570 wurde das Gesuch dahin verabschiedet : „ Da sie auf das Jahr wiederum zu schießen ansahen, sollen sie ihre Beschwerden wiederum fürbringen als dann soll die Ordnung der Gebührlichen vorgenommen werden. Auch soll eines tauglichen Schützenmeisters wegen, dieweil Unordnung geschieht, fernere Handlung gepflogen werden.“ Preisschießen, zu denen auswärtige Schützen kamen, wurden, wie bereits erwähnt, damals schon durchgeführt. In der Stadtregistratur waren jahrhunderte lang die Schützen-Einladungs-Briefe aus Stuttgart 1560, aus Spalt 1570, aus Worms 1575, aus Straßburg 1576, aus Nürnberg 1579, aus Mergentheim 1581, aus Weiden 1596, aus Hersbruck und aus Amberg 1596 aufbewahrt. Aus dem Schriftverkehr, der vor 1945 noch vorhanden war, ist die frühere Bedeutung der Neumarkter Schützengesellschaft ersichtlich. Als Preis wurde gewöhnlich das Tuch zu einem Paar Hosen ausgesetzt. Man nannte das Tuch „Vorthel“. Eingangs der Schützenordnung weisen Bürgermeister und Rat der Stadt Neumarkt von Obrigkeitswegen an, „ dass fürhin ein jeder Büchsenschütze und Schießgeselle, der mit der Handbüchse hier in der Stadt Kleinod und Hosentuch schießen will, er sei Bürger, Inwohner oder Gast, die hernach geschriebenen Artikel mit Fleiß halten, und ob er der einen oder mehrere übertrete, die in der Schützenordnung vorgesehenen Bußen und Wandel williglich und ohne Widerrede geben solle. „ Die Ordnung selbst enthält 24 Paragraphen. Geschrieben wurde die Schützenordnung von 1586 auf Pergament das sich im Staatsarchiv in Amberg befindet. Sie bestimmt, was jeder einzelne Schütze zu beachten hatte: „Er soll dem Schützenmeister gehorsam sein und ein eigenes Schießzeug besitzen“. Mehrere Paragraphen setzen die Verstöße fest; da heißt es z.B. „Wer ohne Erlaubnis der Schützenmeister zur Scheibe hinausgeht, ruft oder schreit, gibt zur Strafe drei Pfennig.“ Auch auf mögliche Unfallverhütung wurde geachtet; wer z.B. seine Büchse, die beim Schuss versagt hatte, gegen Zuschauer oder andereTeilnehmer richtete, musste einen Gulden Strafe zahlen. 1595 erhielt die Schützenordnung von Bürgermeister Hans Schmid den Zusatz:“ Dass jeder Schütze beim Vorthelschießen (Preisschießen), 6 Pfennige in die Büchse legen muss.“ 1621 begann durch Kurfürst Maximilian I. v. Bayern die Wiederherstellung der kath. Religion in der Oberpfalz und damit konnten die Schützen ihre Bruderschaftsmessen wieder halten. Von dieser Bruderschaft kommt auch die bei Begrüßungen verwendete Anrede : „Schützenschwester bzw. Schützenbruder“. Ende des 16. Jahrhunderts besaßen die Neumarkter schon moderne Waffen. Jedoch nicht genug, wie sich bald herausstellen sollte. Gleich zweimal wurde das Schützenhaus in Neumarkt im 30-jährigen Krieg zerstört. Als dieser Krieg 1618 ausbrach, besaßen die Neumarkter Schützen ein schönes Schützenhaus, das am 25. September 1621 von durchziehenden Truppen des Generals Mansfeld zerstört wurde. Vermutlich haben die Neumarkter Schützen damals trotz der Kriegswirren und Gefahren sofort wieder eine Notunterkunft geschaffen, denn an anderer Stelle steht zu lesen, dass 1633 erneut eine „Schießhütte“ zerstört wurde und zwar durch die Schweden, welche die Stadt einnahmen und die Schießstätte dem Erdboden gleich machten. In der Stadt herrschte sehr große Not. Die Neumarkter hatten ihre Schießstätte außerhalb der Stadtmauern und im Verlauf der Kriegshandlungen wurde sie mit allen außerhalb der Stadt gelegenen Gebäuden wie z.B. das Hl. Geistspital, die St. Anna Kirche, das Wildbad usw. von den Schweden zerstört. Unter den Wirrungen dieser traurigen Zeit, hatte auch das Schützenwesen zu leiden. Wo die Schützen ihre Veranstaltungen abhielten, ist nicht so genau bekannt, wahrscheinlich auf einem Platz südwestlich vor dem Oberen Tor. Im Jahre 1636 teilte die Stadt Neumarkt der Regierung mit, dass man eine neue Fahne (Gilde oder Truppe) aufgerichtet habe. Es wird berichtet, dass die meisten Schützen zwar eigene Waffen besäßen, es aber dennoch an manchem fehle, wie z.B. an Musketen sei Not, denn es befinde sich in Neumarkt „ nur wenig Rohr „. Der Rentmeister führte die Truppe als ein bewährter „ Kommissarius „. Aus all diesen Gründen habe man – der Not gehorchend – aus den Zeughaus etliche Waffen ausgegeben. Was das Schützenhaus anbelangt, so verhinderten Verarmung und Dezimierung der Neumarkter Bevölkerung, dass nach 1633 nochmals ein neues Haus aufgebaut wurde. Auch die Berichte, die geschrieben wurden, befassen sich nicht mehr mit Schützen, ganz gleich, ob militärischer oder ziviler Art, man liest nur noch von der großen Not und Angst der Menschen. Damit das Zielschießen fortgesetzt werden konnte, überließ General Feldmarschall Truckmüller den Neumarkter Bürgern ein Wächterhäusl, damit die Schützen am Stand von Wind und Regen geschützt waren. (Wochenblatt 1852 S.370). Später, nach Jahren, begannen sich die Verhältnisse allmählich wieder etwas zu bessern, auch der Schützengesellschaft wurde nun wieder von Obrigkeits wegen größere Aufmerksamkeit zugewendet. Am 17.1.1661 jedenfalls gab der Kurfürst Ferdinand Maria ein Verordnung heraus (auch für die Stadt Neumarkt) in der heißt es u.a.: „Der Kurfürst wünscht das Fortbestehen der Schützengesellschaft – Schützentätigkeit ist eine gute Übung, hält von Trunk und schädlichen Dingen ab.“ Das Schützenvorthel sollte weiter gewährt werden. Das Schützenvorthel war damals ein Beitrag der Stadt als Preis für das Zielschießen. Zwischen 6 und 8 fl ( Gulden ) gab es jährlich, um die Jungschützen am Zielschießen zu begeistern. 1676 war es, als die „ Gemeine Gesellschaft der Büchsenschützen allhier zu Neumarkt„ eine neue Ordnung erhielt. Sie ist fast wörtlich eine Wiederholung der Ordnung von 1586; von Ratswegen wurden zwei Schützenmeister gewählt: Hans Adam Wolff, des inneren Rats, und von gemeiner Gesellschaft der Büchsenschützen Johann Gedler ( Gödler ) Gericht- und Stadtprokurator dahier Erst 1679 wurde von den vorher genannten Schützenmeistern gefordert, die Schießstätte von Rats wegen wieder aufzubauen. Der Bau wurde ausgeführt und die Neumarkter Büchsenschützen hatten 1685 wieder ein neues Heim. Dies trug sehr zur Hebung des Schützenwesens bei, zumal alle neu angehenden Bürger verpflichtet waren, drei Jahre lang die Schießstätte regelmäßig zu besuchen. „Wenn einer das Jahr über nur ein oder zweimal an der Schießstatt erscheinen würde, solle dieses nicht gelten.“ Die Säumigen wurden so lange mit Strafen belegt, bis sie ihre Zeit erfüllt hatten. Große Zerstörungen überschatteten das 18. Jahrhundert, von denen auch die Schützengesellschaft wiederholt schwer getroffen wurde und zwar im spanischen Erbfolgekrieg. Dadurch, dass die Österreicher durch Deutschland marschierten, weitete sich der Krieg über große Teile Mitteleuropas aus. 1703 wurde die Stadt belagert, das Schießhaus, das vor der Stadtmauer lag und vor 20 Jahren neu erbaut wurde, ging bei einer Belagerung durch kaiserliche Truppen erneut in Flammen auf. Der Wiederaufbau verzögerte sich infolge der andauernden Kriegsnöte beträchtlich. Am 4. Februar 1708 wurde im Stadtrat beschlossen, dass das Schollergeld (Ertrag der Spielplätze) zusammen gehalten werden solle, bis zur Erbauung einer neuen Schießstatt im Jahre 1712. Im März dieses Jahres 1712 wandten sich sämtliche Scheibenschützen bittlich an den Stadtrat, ihnen bei der Erbauung einer neuen Schießstadt behilflich zu sein. Der Rat versprach zu tun, was in seinen Kräften stehe. Am 5. August 1712 teilten die Schützen dem Stadtrat mit, dass sie an folgenden Sonntag mit klingendem Spiel und fliegenden Fahnen die Schießstatt beziehen und das löbliche Exerzitium des Schießens wieder einführen wollen. Der Stadtrat bewilligte damals 2 Eimer weißes Bier und verwies die Bittsteller mit ihren weiteren Begehren bis zum Endschießen. Im österreichischen Erbfolgekrieg (1741 - 1745) wurde Neumarkt zweimal vom Feinde (Österreichern) eingenommen, das letzte Mal im Januar 1745; nach dreijähriger Belagerung und Beschießung. Schon 1742 lag das Neumarkter Schießhaus wiederum in Trümmern. Die städtischen Verantwortlichen befassten sich bereits 1748 mit der Wiederherstellung der Schießstätte. Am 4. Mai 1748 wurde im Stadtrat festgelegt: “Die Scheibenschützen wollen die im letzten Kriegswesen ruinierte Schießstatt wieder aufrichten und bitten, ihnen Holz, Kalk und Steine gratis zu überlassen. Antwortbescheid: „Soll beaugenscheint und später darüber referiert werden.“ Unentwegt gingen die Neumarkter Schützen an den Neuaufbau und wieder stiftete die Stadt die Baumaterialien. Nach Fertigstellung erfolgte sogar 1787 die Fahnenweihe. Die Schützengesellschaft, obwohl sie seit Jahren nicht mehr in Erscheinung trat, lebte zumindest als juristische Person weiter, denn ihre althergebrachten Rechte wurden in einem Kaufvertrag ausdrücklich erwähnt und gesichert. Im Schreiben der Regierung des Regenkreises, zu dem Neumarkt damals gehörte, vom 16.April 1833 geht hervor: „Infolge Entschließung wird berichtet, dass Neumarkt und Sulzbürg die Altbayerische Schützenordnung eingeführt haben. In dieser Zeit muss die Neumarkter Schützengilde eine von sehr wenigen gewesen sein, welche die Schützenordnung eingeführt hatte. Damals gab es noch immer zweierlei Schützengruppen, nämlich die militärischen und die zivilen. Die Neumarkter Scheibenschützen wurden im Jahre 1839 ein privater Verein. Am 9. März 1840 versammelten sich 17 Männer, angeführt vom Landrichter Wülfert und hoben eine neue Schützengesellschaft formell aus der Taufe. Das Protokoll bestimmte, dass „bei Hazard- und Vorthelschießen sämtliche Stände auf der Schießstätte der Schützengesellschaft zum alleinigen Gebrauch überlassen werden müssen“ und, dass zwecks Überlassung der Schießhaus-Lokalitäten sofort Gespräche aufgenommen werden sollten. Eigentümer dieser Lokalitäten war mittlerweile der Zimmerermeister Nikolaus KOPf, der sich aber schon im Kaufvertrag verpflichtet hatte, die Rechte der Schützengesellschaft zu wahren. Am 16. Mai 1840 wurden die Statuten der neu gebildeten Schützengesellschaft durch das königliche Landgericht Neumarkt genehmigt. Am 25.8.1868 erließ das Innenministerium für ganz Bayern eine allgemeine Schützenordnung und die Neumarkter Schützen nahmen diese Ordnung an. Unter der Schirmherrschaft von König Ludwig II. erhielten sie das königl. Privileg und damit Rechtsfähigkeit „kraft Verleihung“ und nicht „kraft Eintragung“ in das Vereinsregister. Man nannte sich Königlich Privilegierte Feuerschützen-Gesellschaft Neumarkt gegr. 1433. In einem Schreiben der Generaldirektion der Kgl. Bayer. Verkehrsanstalten an das Staatsministerium des Äußern vom August 1870 wurde mitgeteilt, dass Schießstätte und Schützenhaus abgerissen werden mussten, weil der Laderaum für die Ostbahn einer Erweiterung bedürfe. Die Verkehrsentwicklung forderte von der Schützengesellschaft einen hohen Tribut. Von 1870 bis 1873 wurde die Bahnlinie Nürnberg-Regensburg gebaut. Der mit so reicher Tradition behaftete Schießplatz stand der neuen Linie im Wege und musste aufgegeben werden. Ein geeigneter Ersatzplatz ließ sich nur schwer finden. Zunächst wurde 1874 ein behelfsmäßiger Schießplatz im Sommerkeller des Gastwirts Ruß am Weinberg eingerichtet. Als Provisorium diente auch vorübergehend eine Lehmgrube am Blomenhof. 1875 verlegten die Schützen ihre Heimstatt vom Bahnhofsviertel vor das Hallertor. Zwischen der Ostbahn und dem Kanal wurde ein geeignetes Grundstück (an der jetzigen Dr.-Schrauth-Straße) erworben und zum Schießplatz ausgebaut. Die neue Schießstätte war so angelegt, dass die Flugbahn der Geschosse mit der Ostbahn parallel lief. Der benachbarte Ludwigskanal lag hinter der Schießmauer. Auch das leibliche Wohl der Schützen wurde in die Planung mit einbezogen, denn unmittelbar neben dem Schießhaus entstand die Sommerwirtschaft „Wolfsschlucht“ samt Kegelbahn (heute:Ringstraße 39). Am Johannistag (24.Juni) 1876 eröffnete ein Festschießen diese neue Schützen-Heimstatt und der Festzug mit Musik ging um 13 Uhr vom Rathaus aus. Die Schützenmeister waren Fritz Nidermayer und Johann Evangelist Gloßner. Als Gesellschaftshaus diente der Wolfsschluchtkeller. Die Schützengesellschaft von 1433 Neumarkt e.V., wie sie später hieß, (nach 1839 nannte sie sich „Königlich privilegierte Schützengesellschaft Neumarkt“), besitzt heute noch eine Scheibe von 1859 (gestiftet vom Schützenbruder Nidermayer). Ein fröhliches Schützenleben herrschte fortan auf der Schießstatt. Vom 16. bis zum 18. August 1884 wurde in Neumarkt ein Landwirtschaftliches Volksfest abgehalten und daran nahm auch die Schützengesellschaft mit einem Festschießen teil. Im Festzug wurde auch die frisch restaurierte Schützenfahne von 1787 erstmals wieder öffentlich mitgeführt, welche in den späteren Jahren (1892) zu einer Standarte abgeändert wurde. Als das Schießen mit dem Zimmerstutzen in Bayern immer populärer wurde, war es der Bürgerverein Neumarkt, der mit dem Zimmerstutzenschießen um 1875 im Gasthaus „Sterngarten“ (Klostergasse) begann. Bald darauf am 27.Oktober 1887 wurde im Gasthaus „Zum goldenen Ochsen“ am Viehmarkt Nr. 5 die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft „Tannenreis“ gegründet. Neben der Feuerschützengesellschaft und der seit 1887 bestehenden Zimmerstutzen-Schützengesellschaft „Tannenreis“, hat sich vorübergehend (1905) noch ein eigener Verein „Freischütz“ gebildet. In den Tagen vom 12. bis 15 August 1894 erlebte unsere Stadt ein ganz besonderes Fest, nämlich das III. Oberpfälzische Bundesschießen. 189 Schützen nahmen daran teil. Der eigentliche Schießplatz an der jetzigen Dr.-Schrauth-Straße war dafür zu klein und so schoss man daher auf dem heutigen Volksfestplatz in Richtung Kanal, wobei der Kanaldamm als Kugelfang diente. Als Seitensicherungen hatte man Holzstöße aufgeschichtet. Es gab 121 Ehrengaben als Preise – darunter von Seiner Königlichen Hoheit Prinzregent Luitpold einen silbernen Schützenbecher mit Untersatz. Zu dieser Zeit bildeten sich in Neumarkt drei Konkurrenzvereine: Die bereits genannten „Tannenreis-Schützen“, die „Freischützen“ und der „Bürgerverein Neumarkt“, der sich ebenfalls dem Zimmerstutzenschießen verschrieben hatte. Der „Bürger-Verein“ betrieb das Zimmerstutzen-Schießen beim Gastwirt Utz am Unteren Markt (Hs.-Nr.18). In der Grünbaumwirtsgasse hatte einige Jahre vor dem 1.Weltkrieg die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft „Freischütz“ ihr Domizil. Im Jahre 1905 feierte man das Fest der Fahnenweihe, wobei die alte Schützengesellschaft, die sich nun „Feuerschützengesellschaft“ nannte, die Patenschaft übernommen hatte. Sie war auch Pate bei der Schützengesellschaft Beilngries, als diese im Jahre 1906 das 350-jährige Jubiläum feierte. Anlässlich des im Mai 1906 stattgefundenen landwirtschaftlichen Festes, das „Seiner Königlichen Hoheit Prinz Ludwig von Bayern“ (der spätere König Ludwig III.) mit seinem Besuche beehrte, wurde von den hiesigen Vereinen Sr. Kgl. Hoheit ein Huldigungszug dargebracht, an dem sich auch eine Deputation der Schützen mit ihren Fahnen beteiligte. 1910 kauften die Schützen die an die Schießhütten angrenzenden Grundstücke. Nach Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 kam infolge Einberufung der meisten Schützen zum Militär das Vereinsleben langsam zum Erliegen. Nach dem Ende dieses Krieges erlebte der Schießsport erst 1919 wieder einen Aufschwung. In diesem Jahr fanden sich dann alle Zimmerstutzenschützen in der Schützengesellschaft „Tannenreis“ zusammen, die ihre Schießstätte in die Klosterbrauerei Seitz verlegte und dort die ehemalige Kegelbahn für ihre Zwecke ausbaute. Ein Neuanfang war getan. 1. Schützenmeister für die Feuerschützen war Georg Wolff und 1.Schützenmeister für die Zimmerstutzen-Schützen war Wolfgang König. Mit ihrem Schießplatz musste die Gesellschaft noch ein paar Mal wandern, denn nach dem Ersten Weltkrieg mehrten sich die Klagen der Öffentlichkeit, der Schießplatz entspreche nicht den öffentlichen Sicherheitsbestimmungen. Die Einwände waren berechtigt, so dass die Feuerschützen sich erneut nach einer Bleibe umsehen mussten. Die Stadt bot den damaligen Militärschießplatz im Osten der Stadt (Badwald) zum Tausch gegen den Platz an der Dr.-Schrauth-Straße. Am 7.April 1922 wurde der Tausch mit der Stadt beurkundet. Ein Eröffnungsschießen am 25. und 26. August 1923 leitete den neuen Abschnitt der Schützengeschichte ein. Neumarkt war der Sitz des 9.Gaues vom „Oberpfälzischen Provinzial Schützen-Verband“, dem Herr Gewerberat und Schlossermeister Eduard Wendl aus Neumarkt als 1.Gauschützenmeister vorstand. Im Jahre 1926 wurde der nördliche Teil des Schießplatzes an die Wehrverbände abgetreten und ein Kleinkaliber-Schießstand mit 5 Ständen errichtet. Einige Jahre darauf folgte an der Südseite ein Stand für das jagdliche Schießen auf 60 m Entfernung (Drehbock). Am 4. Dezember 1927 schlossen sich die Neumarkter Schützen dem neu gegründeten Gau Altdorf-Neumarkt-Beilngries an. In der Generalversammlung der Kgl. Priv. Feuerschützengesellschaft Neumarkt am 21. März 1929 wurde eine neue Satzung angenommen und beschlossen, den Verein wieder in das Vereinsregister eintragen zu lassen.
Die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichts Neumarkt i. d. OPf. erfolgte am 15. Juli 1930. Im Jahre 1929 wurde in der Tucher-Gaststätte in der Grünbaumwirtsgasse Nr.13 eine neue Zimmerstutzen-Schützengesellschaft gegründet. Sie nannte sich Schützengesellschaft Neumarkt, wurde aber allgemein nach ihrem Domizil als Schützengesellschaft “Tucher“ bezeichnet. 1933 zählt die Schießanlage im „Badwald“ je 15 Stände für Groß- und Kleinkaliber und zwei Stände für das Jagdschießen. Vom 19. bis 28.6.1924 richtete die Königl. Priv. Feuerschützen-Gesellschaft das 15.Oberpfälzische Bundesschießen aus. Ein besonders schönes, großes Fest wurde natürlich die 500-Jahrfeier im Jahre 1933, die vom 12 bis 17. August stattfand. Elf 130- m-Stände für das Feuerschießen und fünf 50-m-Stände für die Kleinkaliberschützen standen zur Verfügung und ein reichhaltiger Gabentisch war im Rathaus aufgebaut worden. Wie üblich, lief bei den Schießveranstaltungen auch ein Volksfest nebenher. Die Neumarkter Schützen machten bei diesem großen Fest finanziell einen guten Gewinn. Schriftführer des Vereins war zu dieser Zeit Ludwig Huber, der dieses Amt 1928 von Heinrich Gumbrecht bei dessen Wegzug aus Neumarkt übernommen hatte. Von Heinrich Gumbrecht stammt der Entwurf des Vereins-Abzeichens mit dem Adler aus dem Stadtwappen. Dann kam die Hitler-Zeit und schon bald häuften sich die Eingriffe der Nationalsozialisten in die Belange der Schützenvereine. 1934 mussten die Neumarkter Schützen eine neue Satzung annehmen. Im Frühjahr 1935 wurden die Schützenvereine in den „Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen“ eingegliedert, der ein neues Satzungsmuster vorschrieb. Der Druck von Seiten der verschiedenen Organisationen wurde immer stärker. Die alten Schützenbünde wurden aufgelöst und die Untergliederungen der neuen Organisation nach den politischen Bereichen orientiert. Das hatte zur Folge, dass die in langen Jahren gewachsenen sportlichen Beziehungen, besonders der Zimmerstutzenschützen, zum nahen mittelfränkischen Raum Altdorf-Nürnberg zerrissen wurden. Die Oberpfalz gehörte ja nun zum Gau Bayerische Ostmark. Vor allem schossen nun auch verschiedene Gruppen der NSDAP auf dem Schießplatz des Vereins mit Kleinkalibergewehren im Sinne der militärischen Ausbildung und die Feuerschützen mussten sich fügen, denn gegen die Machthaber des Dritten Reiches kam niemand an. Am 2. April 1938 wurde in einer gemeinsamen Generalversammlung der drei hiesigen Schützengesellschaften beschlossen, sich zu einem Verein zusammenzuschließen. Der Vollzug dieses Beschlusses erfolgte am 14. Mai 1938 in einer Jahreshauptversammlung der Feuerschützen-Gesellschaft. Nach den Schlussberichten der Vereinsführer der Schützengesellschaften „Tannenreis“ und „Tucher“ und Übergabe deren Vermögenswerten an die Feuerschützengesellschaft wurde der Zusammenschluss vollzogen. Der von Schützenbruder Ludwig Huber vorgeschlagene neue Name: „Schützengesellschaft von 1433 Neumarkt e.V.“ und die auf Grund der Vereinigung notwendige Neufassung der Satzung, wurden einstimmig angenommen. Vereinsführer wurde Georg Wolff, der schon seit 1912 1. Schützenmeister war und nun den Titel „Oberschützenmeister“ führte. Zum Schützenmeister der Feuerschützen (Großkaliber) wählte man Hans Zeininger, zum Schützenmeister für den Kleinkalibersport Ludwig Huber und zum Schützenmeister für die Zimmerstutzengruppe Rudi König. Die Schützengesellschaft „Tannenreis“ hatte bereits einige Jahre ihre Unterkunft in der Klosterbrauerei wegen anderweitiger Verwendung der Räumlichkeiten aufgegeben und bei Gastwirt Max Wunder in der Kegelbahn, neben dem Eingang zum Stadtpark, ihre Schießstätte eingerichtet. Dort wurde noch bis in die Kriegszeit hinein mit dem Zimmerstutzen geschossen, bis das Lokal als Quartier für zur Arbeit eingesetzte Kriegsgefangene benötigt wurde. Noch bis zum Ende des zweiten Weltkrieges herrschte auf dem Schießplatz reger Schießbetrieb, der mit dem Herannahen der Kampffront 1945 eingestellt wurde. Dem Schützenbruder und Ehrenmitglied Carl Zeininger gelang es, wenigstens einen Teil der historischen Scheiben zu retten, die nun wieder im neuen Schießhaus ihren Platz fanden. Die Standarte der Feuerschützen verbrannte im Rathaus, wo sie sich als Leihgabe im Stadtmuseum befand. Die Fahne der Schützengesellschaft „Tannenreis“ und die Schützenketten gingen mit dem Haus Untere Marktstraße 9 in Flammen auf. Das Amtsgericht Neumarkt stand aber im Jahre 1950 auf Grund einer Entschließung des Bayerischen Justizministeriums trotzdem auf den Standpunkt, dass der Verein als aufgelöst anzusehen sei und setzte den früheren Oberschützenmeister Georg Wolff als Liquidator ein. Dieser lud alle ehemaligen Mitglieder der Schützengesellschaft von 1433 zu einer Versammlung am 9. März 1950 in das Cafe Wolff ein, deren einziger Tagesordnungspunkt lautete: „Gründung einer neuen Schützengesellschaft“. Die Versammlung fasste einstimmig den Beschluss: “Nachdem die bisherige Schützengesellschaft von 1433 als aufgelöst anzusehen ist, wird beschlossen, diese neu zu gründen. Mit Rücksicht auf die Zusammensetzung der Mitgliedschaft betrachtet sich der neu gegründete Verein als Rechtsnachfolger der alten Schützengesellschaft.“ Gleichzeitig wurde eine neue Satzung angenommen und Neuwahlen durchgeführt. Als 1.Schützenmeister wurde der bisherige Schützenmeister der Zimmerstutzenschützen Rudi König einstimmig gewählt. Georg Wolff wurde zum Ehrenschützenmeister ernannt. Die erneute Eintragung der Schützengesellschaft in das Vereinsregister erfolgte am 9.Mai 1950. Etwas später änderte auch die Militärregierung ihre Auffassung über die früher befohlene Auflösung der Sportvereine. 1951 stellten die Amerikaner fest, dass die Schützengesellschaften nicht als aufgelöst anzusehen waren sondern nur ihre sportlichen Tätigkeiten geruht hatten. Infolge der Lockerung der Bestimmungen der Besatzungsmacht stand von 1951 an der Aufnahme des Schießbetriebs mit Luftgewehren nichts mehr im Wege. Eine Wiederverwendung des alten Schießplatzes war nicht mehr möglich, da er bis an die Grenze mit Wohngebäuden bebaut und von zwei Straßen (Siedlerstrasse und Caritasstraße) durchzogen wurde. Es galt also zunächst ein Lokal für das Luftgewehrschießen auf 10 m Entfernung ausfindig zu machen. Im Lammsbräusaal in der Weinbergerstraße konnte eine entsprechende Standanlage aufgestellt werden. Am 4. Juli 1952 fand dort das Eröffnungsschießen statt und damit begann auch wieder das eifrige Training und die Beteiligung an verschiedenen Wettschießen. Zur Jahreshauptversammlung am 5.April 1952 in der Wirtsstube Bögerl waren 14 Mitglieder gekommen.. Als Gäste waren dabei Gauschützenmeister Georg Reitenspieß und Gau-Ehrenschützenmeister Fritz Krehn aus Altdorf. 1. Schützenmeister Rudi König wies in seinem Rechenschaftsbericht auf die Neugründung des alten Gaues Altdorf-Neumarkt-Beilngries im Bayerischen Sportschützenbund hin als bedeutungsvollstes Ereignis im Jahr 1951. (s. auch Protokoll v. 5.4.52 der Schützengesellschaft.) In der Zeit vom 9. bis 17. August 1952 veranstaltete die Schützengesellschaft ein Volksfestschießen auf dem Festplatz in einer von der Stadt aufgestellten Holzhalle. Beteiligt haben sich 194 Schützen. Am 27.Nov. 1953 wurde die Anpassung der vom Bayer. Sportschützenbund herausgegebenen Mustersatzung in der Mitgliederversammlung beschlossen, um als gemeinnütziger Verein anerkannt zu werden. Auch im Jahre 1955 fand unter den gleichen Bedingungen wie 1952 ein Volksfestschießen statt, das von 163 Schützen besucht wurde. Die Beschaffung eines geeigneten Grundstückes für einen neuen Schießplatz bereitete größte Schwierigkeiten. In der Generalversammlung vom 30.März 1957 im Cafe Wolff wurde Rudi König nahezu einstimmig wieder zum 1.Schützenmeister gewählt. Mit Mehrheit wurden auch 2.Schützenmeister Josef Zeininger und Schriftführer und Kassier Ludwig Huber in ihren Ämtern bestätigt. In geheimer Wahl wurden als Ausschussmitglieder Anton Peter, Karl Biller und Georg Fleischmann gewählt. Carl Zeiningner war damals schon Ehrenmitglied. Am 27. Mai 1957 konnte endlich mit der Stadt ein Vergleich dahingehend geschlossen werden, dass ihr das alte Schießplatzgelände überlassen wird, sie dagegen ein für einen Schießplatz geeignetes Grundstück auf die Schützengesellschaft überträgt und außerdem einen Geldbetrag von 100.000.-DM an die Schützengesellschaft zahlt, der in vierteljährlichen Raten zu je 25.000.- DM überwiesen wird. Die Stadt schlug ein Waldgrundstück am Ende der Gießereistraße in der Nähe der Bahnlinie nach Regensburg vor. Eine Ortsbesichtigung dieses bereits im Besitz der Stadt befindlichen Waldstückes ergab, dass es für eine Schießplatzanlage vorzüglich geeignet sei. Auf diesem Grundstück befindet sich noch heute unsere Schießstätte. In der Mitgliederversammlung am 13.Mai 1960 wurde Rudolf König als erster und Dr. Eduard Roßner als zweiter Schützenmeister wieder gewählt. Schriftführer und Kassier wurde Ludwig Huber. In den Ausschuß kamen Karl Biller, Hans Wölfl und Anton Peter. Erstmals wurde auch ein Monatsmitgliederbeitrag für Ehefrauen der Schützenbrüder eingeführt und dieser betrug 0,75 DM (die Hälfte des regulären Monatsbeitrages). Das Eröffnungsschießen fand vom 14. bis 28. August 1960, verbunden mit dem Volksfest und dem 800-jährigen Stadtjubiläum statt. Es beteiligten sich 245 Luftgewehrschützen und 94 Kleinkaliber-Schützen. Die Stadt stellte zur Ausrichtung des Schießens 1000.-DM zur Verfügung. Im festlich geschmückten Schützenhaus versammelten sich am 12. August 1960 die Neumarkter Schützen zur Eröffnung ihrer neuen Schießanlage. Erster Schützenmeister Rudi König konnte dabei auch Oberbürgermeister Theo Betz, sowie 2. Bezirkschützenmeister Hans Buchhauser (Nürnberg) und Gauschützenmeister Georg Reitenspieß aus Altdorf begrüßen. König gab zunächst einen Rückblick auf die Neumarkter Schützen und berichtete über Höhen und Tiefen in den gut 500 Jahren des Bestehens. „Der Idealismus eines kleinen Häufleins Neumarkter Schützen und das Verständnis von Oberbügermeister Betz mit seinem Stadtrat ermöglichten nach langen Verhandlungen und Planen, dass man nunmehr die Anlage einweihen könne“, sagte König. Stadtdekan Geistlicher Rat Josef KOPf wünschte mit der Weihe, dass immer Frieden sein möge in diesem Haus. Stadtvikar Friedrich Birkhofer von der evangelischen Kirchengemeinde schloss sich diesen frommen Wünschen an. Oberbürgermeister Theo Betz wies darauf hin, dass die Einweihung des neuen Schießhauses auch für die Stadt eine Freude sei, weil damit die alte Tradition der Schützengesellschaft wieder voll zu Ehren kommt. Mit den Worten: „Dass die Stadt ihre Hilfe für den restlichen Ausbau nicht versagen werde“, schloss Theo Betz seine Ansprache. 2. Bezirksschützenmeister Hans Buchhauser vom Mittelfränkischen Schützenbund überbrachte in Vertretung des Vizepräsidenten des DSB, Hans Jungnickl dessen Wünsche und Grüße. Georg Reitenspieß vom Gau Altdorf-Neumarkt-Beilngries gab seiner Freude Ausdruck über das neu erstandene Schützenhaus. Oberbürgermeister Theo Betz trat als erster an den Stand und gab den Ehrenschuss ab, der mit viel Hallo als erfolgreich aufgezeigt wurde. Die neue Schießanlage umfasste zunächst je 3 automatische Stände für 50 und 100 m und 18 Stände für 10 m. Am Einweihungsschießen haben sich 339 Schützen aus ganz Bayern beteiligt, darunter waren 2 Schützen über 80 Jahre. Im Jahre 1962 ersuchte die Stadt die Schützengesellschaft, der Stadtpolizei auf der Schießanlage das Pistolenschießen zu ermöglichen. Durch den Schießsachverständigen Ing. Gronemann in Fürth wurde ein Plan über einen entsprechenden Ausbau der westlichen Seite der Schießbahn erstellt. Im Dezember 1962 wurde mit den Erdbewegungen für den Standbau begonnen, der im Frühjahr 1963 fertig gestellt wurde. In der Jahreshauptversammlung am 17.5.1963 wurde Rudolf König wiederum zum 1.Schützenmeister gewählt und Dr. Eduard Roßner als 2.Schützenmeister. Schriftführer und Kassier blieb Ludwig Huber. In den Ausschuß kamen Karl Biller, Josef Zeininger und Peter Haßelbeck. Sportwart wurde Georg Kreuzer und Jugendwart Xaver Heßlinger. Im Jahre 1966 nahm auch das Pistolenschießen einen starken Aufschwung, daher wurde beschlossen, noch eine 25 m lange Schießbahn mit 10 Ständen zu bauen. Man begradigte eine 30 m-Bahn, um nach Süden hin entsprechend Platz zu schaffen. Eine Besprechung am 10.Feb. 1966 mit den Pistolenschützen ergab, dass die Anschaffung einer Pistolen-Duell-Anlage aus dem erhaltenen Staatszuschuss möglich sei und der Mitgliederversammlung dies zur Genehmigung vorgelegt werden sollte. Diese neue Pistolenschießanlage wurde 1968 fertig gestellt und eingeweiht. Zum Referenten der Pistolenschützen und zum verantwortlichen Schießleiter wurde Schützenbruder Fritz Wondrusch gewählt. In der Mitgliederversammlung am 11.3.1966 wurden Rudolf König zum ersten und Xaver Heßlinger zum 2. Schützenmeister gewählt. Kassier u. Schriftführer wurde wiederum Ludwig Huber und in den Ausschuss wählte man Karl Biller, Hans Wölfl und Michael Zollbrecht. Eine Änderung in der Vorstandschaft gab es 1970. Gewählt wurden in der Jahreshauptversammlung am 4.3.1970 Rudolf König zum ersten, Apotheker Helmut Ramb zum 2. Schützenmeister, Schriftführer wurde Gisbert Strigl und Kassier Ernst Sedlmeier. In den Ausschuss wählte man Karl Biller, Ludwig Huber, Xaver Heßlinger, Otto Schindler und Hans Wölfl. Sportleiter wurde Georg Kreuzer und Pistolengruppenleiter Fritz Wondrusch. Vergnügungswart wurde Eduard Weinhart, der auch die nichtöffentliche Bewirtschaftung des Schützenhauses inne hatte und die Wohnung im 1.Stock bewohnte. Wieder änderte sich die Besetzung der Vorstandschaft in der Mitgliederversammlung am 11.4.1973. Nach 38-jähriger Tätigkeit als 1.Schützenmeister und aus gesundheitlichen Gründen kandidierte Rudolf König nicht mehr und so wurde auf Vorschlag Michael Zollbrecht sen. 1.Schützenmeister und Karl Schaller 2. Schützenmeister Zum 3. Schützenmeister und Schriftführer wählte man Gisbert Strigl. 4. Schützenmeister und Kassier wurde Ernst Sedlmeier. Durch die Änderung des § 13 der Vereinssatzung wurden nun fünf Personen in den Ausschuss gewählt. Dies waren Hans Ochsenkühn, Hans Koller, Rudolf König, Hans Westinger und Ludwig Huber. Rudolf König wurde einstimmig zum Ehrenschützenmeister gewählt. In sportlicher Hinsicht holten wir bei den Gaumeisterschaften 1973 16 Meistertitel. 1974 waren es sogar 18 Gaumeister-Titel im Gewehr- und Pistolenschießen bei insgesamt 49 zu vergebenden Titeln. Im Jahr 1973 wurde erstmals der Schützenkönig, Hans Ochsenkühn mit der Werkvolkkapelle abgeholt und im Schützenhaus vom 1.Schützenmeister Michael Zollbrecht zum König des Jahres proklamiert wurde, Jungschützenkönig wurde Michael Zollbrecht jun.. Alle anderen noch bekannten Schützenkönige sind an anderer Stelle dieser Chronik aufgeführt. Nur über einen König wollen wir hier noch sprechen. Im Jahre 1974 holte sich Schützenbruder Franz Schorisch beim Gauschießen den Titel des „Gau-Altschützenkönigs“. Im Jahre 1974 wurde erstmals an den Ständen der Schützengesellschaft die Stadtmeisterschaft im Luftgewehrschießen ausgetragen unter den Stadt-Schützenvereinen Neumarkt, Stauf, Woffenbach, Holzheim, Wolfstein und den Postsportschützen. Ermittelt wurden der Stadtkönig und die Stadtmeister in den einzelnen Altersklassen. Dieses Schießen wurde von der Stadt Neumarkt bezuschusst. Ebenfalls 1974 fand ein Freundschaftsschießen gegen eine gemischte amerikanische Mannschaft statt und dabei zeigten die Neumarkter mal wieder so recht, was sie konnten. Sie erzielten 4529 Ringe, während sich die Gastmannschaft mit 2815 Ringen begnügen musste. Die Neuwahlen des gesamten Schützenmeisteramtes und der weiteren zu besetzenden Posten in der Schützengesellschaft erfolgten in der Mitgliederversammlung am 28.2.1975. In geheimer Wahl wurden gewählt der 1.Schützenmeister Michael Zollbrecht sen., 2. Schützenmeister Karl Schaller, 3. Schützenmeister und Schriftführer Gisbert Strigl und 4. Schützenmeister und Schatzmeister Ernst Sedlmeier. Per Handzeichen wurden in den Ausschuss gewählt : Hans Körner, Willi Fuchs, Hans Ochsenkühn, Ernst Greger und Hans Koller . Sportwart wurde Ernst Greger. Das größte sportliche Geschehen bei den Pistolenschützen war 1975 das Otto-Schindler-Pokalschießen. Umfangreiche organisatorische Vorkehrungen erforderte dieses Schießen unter der Leitung von Hans Körner. Im Jahre 1976 wurde das Treffen der ältesten Schützenvereine Deutschlands in Aschaffenburg besucht. Die Deutsche Schützenzeitung beinhaltet eine Liste, in der alle Schützenvereine, die vor 1500 gegründet wurden, enthalten sind. Demnach ist die Karlsschützen-Gilde Aachen gegr.1198 der älteste Schützenverein. Die Schützengesellschaft von 1433 Neumarkt steht an 64.Stelle. In der Mitgliederversammlung am 11.Feb.1977 wurde die Anschaffung einer Standarte beschlossen. Die alte Fahne und auch die drei schweren Schützenketten waren während des zweiten Weltkrieges bei einem Fliegerangriff verloren gegangen. Die Standartenweihe fand am 25.Sept. 1977 in der Stadtpfarrkirche St. Johannes in Neumarkt statt. Ein Festabend zur Standartenweihe wurde am Samstag, den 24. Sept. 1977 im Schützenhaus veranstaltet. Bei diesem Festkommers konnte Schützenmeister Zollbrecht eine große Anzahl von Mitgliedern, sowie die Schützenmeister der vier Stadtvereine Holzheim, Woffenbach, Stauf und Postsportverein begrüßen, ferner die gesamte Gauverwaltung mit dem Gauschützenmeister Hans Loos und den Patenverein, die Königlich Privilegierte Schützengesellschaft Beilngries mit ihrem Schützenmeister Ludwig Götz. Der Mittelfränkische Schützenbund war vertreten durch die Damenleiterin Edith Walter. Die Werkvolkkapelle unter der Leitung von Pfarrer Scheuerlein begleitete die Schützen vom Eichelgarten an der Regensburger Straße in die Stadtpfarrkirche St. Johannes. Stadtpfarrer Kaspar Hirschbeck gab der Standarte den kirchlichen Segen. Anschließend legten die Schützen am Neumarkter Kriegerdenkmal einen Kranz nieder. Die Schirmherrschaft zu diesem Fest übernahmen der Landtagsabgeordnete Dr.Josef Hierl, Landrat Josef Werner Bauer und Oberbürgermeister Kurt Romstöck, der auch im Schützenhaus die Festrede hielt. Die anstehenden Neuwahlen in der Mitgliederversammlung vom 10.2.1978 ergaben eine Änderung in der Vorstandschaft. So wurde Michael Zollbrecht wieder 1.Schützenmeister. 2.Schützenmeister wurde Rudolf Moßburger, 3.Schützenmeister u. Schriftführer Gisbert Strigl, 4.Schützenmeister und Schatzmeister Ernst Sedlmeier, Sportleiter Albert Meier und Jugendleiter Franz Düring. Im Ausschuss waren vertreten Karl Schaller, Willi Fuchs, Albert Meier, Hans Ochsenkühn und Sieglinde Herrmann. Hans Körner wurde als Pistolengruppenleiter bestätigt. Das Treffen der ältesten Schützenvereine Deutschlands fand vom 9. bis 13.6.1978 in Hamburg-Harburg statt. Die Neumarkter Schützen nahmen an dieser Veranstaltung teil und erlebten drei unvergessliche Tage in Hamburg-Harburg. Wir waren gerngesehene Gäste und es wurden einige Freundschaften geschlossen. Herausragend im sportlichen Bereich 1979 war die Bayerische Meisterschaft. Hier wurde der Jungschütze Ernst Bauer mit dem Luftgewehr im Dreistellungskampf Bayerischer Meister. Harald Zollbrecht wurde mit dem Luftgewehr zweiter Deutscher Jugendmeister in der Einzelwertung und konnte bei den vorangegangenen Bayerischen Meisterschaften bereits den 1. Platz ebenfalls in der Einzelwertung belegen. Er war zu dieser Zeit der hoffnungsvollste und beständigste Schütze im Nachwuchsteam. 1981 änderte sich wieder einmal die Zusammensetzung der Vorstandschaft. In der am 16.1.1981 stattgefundenen Mitgliederversammlung wurde Gisbert Strigl zum 1.Schützenmeister und Rudolf Moßburger zum 2.Schützenmeister gewählt. 3.Schützenmeister und Schriftführer wurde Peter Schaller und 4.Schützenmeister und Schatzmeister Karl Niebler. Im Ausschuss waren vertreten Willi Fuchs, Ernst Sedlmeier, Alfons Barst, Michael Zollbrecht jun. und Hans Ochsenkühn, Sportleiter Josef Dietmayr und Jugendleiter Erwin Breindl. Pistolengruppenleiter wurde Gerhard Weidig. Auf Vorschlag des Schützenmeisteramtes wurde Michael Zollbrecht von der Versammlung zum Ehrenschützenmeister gewählt. Die Jungschützen konnten sich 1981 für die Bayerische Meisterschaft qualifizieren und Gunter Riedl wurde Bayerischer Jugendvizemeister mit der Luftpistole. Ernst Bauer wurde Bayerischer Meister mit dem Luftgewehr in der Jugendklasse und zusammen mit zwei weiblichen Schützen aus dem Gau Altdorf-Neumarkt-Beilngries, welche der Schießsportvereinigung angehörten, Deutscher Mannschaftsmeister. In der Mitgliederversammlung am 22.1.1982 wurde die Wahl eines Schriftführers, der zugleich die Funktion des 3.Schützenmeisters inne hatte, notwendig. Mit Stimmenmehrheit wurde Karin Krasoje 3.Schützenmeisterin und Schriftführerin. Einen herausragenden sportlichen Erfolg konnte 1982 der Jungschütze Josef Deml aufweisen. Er wurde mit der Luftpistole in der Einzelwertung Deutscher Meister. Harald Zollbrecht erzielte bei der Bezirksmeisterschaft 1982 in Nürnberg 292 Ringe von 300 möglichen und ließ damit die gesamte Elite hinter sich. Im Jahre 1982 wurde aber auch ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Schützengesellschaft gesetzt: der Schützenhausanbau. Zog sich die Planung und Finanzierung (geschätzte Kosten 250.000.--DM) über den weitaus größten Teil des Jahres hin, so war die Grundsteinlegung zum Anbau am 12.11.1982 und am 18.12.82 wurde der Rohbau eingedeckt. 1983 verstarb Ehrenschützenmeister Rudi König, der jahrzehntelang im Schützenwesen eine herausragende Rolle spielte. Er war von 1938 bis 1972 1.Schützenmeister. Am 16., 18. und 19. Juni 1983 feierte die Schützengesellschaft das Fest des 550-jährigen Bestehens und zugleich das Gauschützenfest. Abordnungen aus 57 Vereinen des Gaues Altdorf-Neumarkt-Beilngries beteiligten sich am Festzug. Auch unsere Schützenfreunde aus Hamburg-Harburg waren gekommen. Schirmherren waren Landtagsabgeordneter Hans Spitzner, Oberbürgermeister Kurt Romstöck und Landrat Josef Werner Bauer. Mit der 550-Jahrfeier war auch das Gauschießen des Gaues Altdorf-Neumarkt-Beilngries verbunden, das in der Zeit vom 29.4. bis 29.5.1983 durchgeführt wurde. In der Mitgliederversammlung am 13.1.1984 gab es eine Änderung in der Vorstandschaft. Der bisherige Schatzmeister Karl Niebler schied aus und neu gewählter Schatzmeister und 4.Schützenmeister wurde Ernst Herrmann. Sportleiter wurde Erwin Breindl, Jugendleiter Heinz Kreitmeier, Vergnügungswartinnen wurden Renate Moßburger-Herrle u. Anneliese Meier. In den Ausschuss wurden gewählt: Willi Fuchs, Günther Dollhofer, Michael Zollbrecht jun., Xaver Meier und Franz Düring. Erwähnenswert ist, dass im Jahr 1985 in die bestehende Satzung eingefügt wurde, dass Schützen zwischen dem 14. und 60. Lebensjahr Arbeitsleistungen für die Schützengesellschaft erbringen müssen. Dies wurde am 11.1.1985 beschlossen, denn die Schießanlage in dieser Größe zu erhalten bedurfte immer wieder Anstrengungen und vor allem Arbeitsleistungen freiwilliger Helfer, damit der Kostenaufwand so gering wie möglich gehalten werden konnte. Herausragend im Jahr 1985 war aber auch der „Bayerische Schützentag“, der dem Gau Altdorf-Neumarkt-Beilngries übertragen wurde und die Gauverwaltung beschloss, die Feierlichkeiten, am 31.Mai., 1. und 2. Juni 1985 in Neumarkt abzuhalten. In der am 3.3.1986 stattgefundenen Mitgliederversammlung wurden die bisherigen Schützenmeister und Funktionäre in ihren Ämtern wieder gewählt bzw. bestätigt. Außer den Erfolgen in vereinsinternen Wettkämpfen war die Stadtmeisterschaft 1986 für unsere Schützen ein Erfolg. So wurde Evi Düring Stadtkönigin, Erwin Breindl Stadtmeister mit dem Luftgewehr und Hans Ochsenkühn Stadtmeister mit der Luftpistole. 1988 regierte erstmals ein Faschingsprinzenpaar im Schützenhaus. Prinz Ernst der I. (Ernst Greger) und Elke die I. (Elke Bauer) gaben beim Faschingsschießen den besten Schuss ab. Das 555igste Gründungsjahr im Jahre 1988 wurde ebenfalls gebührend gefeiert. Am Samstag, den 23.4.1988 fand ein Festabend im Schützenhaus statt, an dem Oberbürgermeister Kurt Romstöck die Festrede hielt. Mit anwesend waren 2.Bürgermeister Emil Silberhorn. Außer ihm kamen der stv. Landrat Dr. Föttinger, Vertreter des Mittelfränkischen Schützenbundes: 1.Bezirksschützenmeister Manfred Schönecker und Bezirksschriftführer Alfred Gorniak, sowie alle drei Gauschützenmeister und die Schützenmeister der sechs Schützenvereine im Stadtgebiet Neumarkt. In seiner Festrede verknüpfte das geschichtsbewanderte Stadtoberhaupt die städtische Geschichte mit dem Werdegang der Schützengesellschaft. Aus Anlass des 555.Jubiläums wurde eine Ehrenscheibe ausgeschossen, die das Wappen von Pfalzgraf Johann aus Neumarkt darstellt, entworfen von Schützenbruder Willi Fuchs und von einem Kirchenmaler gemalt. 73 Schützen beteiligten sich an diesem Schießen. Geschossen wurde mit dem Kleinkalbergewehr auf 100 m und die Scheibe gewann Ernst Sedlmeier. Bei den Neuwahlen 1989 gab es in der bisherigen Vorstandschaft keine Änderung. Lediglich der Abteilungsleiter für Pistole Gerhard Weidig stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl. Ernst Matschiner wurde sein Nachfolger. Am 26. und 27.5.1990 beteiligten sich die 1433er Schützen am Treffen der ältesten Schützenverein Deutschlands in Reutlingen. Parallel hierzu sei zu erwähnen, dass eine Gruppe der Pistolenschützen an 27 aufeinander folgenden Jahren die Schützengesellschaft von 1433 auch durch Reisen außerhalb Bayerns, ja bis ins europäische Ausland bekannt machten. 1990 wurde auch erstmals ein „sog. Schnupperjahr“ eingeführt, das den Nachwuchs in der Schützengesellschaft fördern sollte. Jugendbetreuer Martin Schmid konnte immerhin 13 Jugendliche vorweisen, die in den Trainingsbetrieb eingestiegen waren. Einen Generationswechsel in der Vereinsführung gab es 1992 bei den 1433ern. Aus gesundheitlichen Gründen trat 1.Schützenmeister Gisbert Strigl von seinem Amt zurück und Martin Schmid wurde in der Mitgliederversammlung am 7.3.1992 zum 1.Schützenmeister gewählt. Mit 25 Jahren war Martin Schmid , der bisher die Jugendbetreuung inne hatte, der jüngste Schützenmeister in der Vereinsgeschichte. Für seine Verdienste erhielt Gisbert Strigl eine Ehrenurkunde und wurde zum Ehrenschützenmeister ernannt. In den Jahren 1994 und 1995 wurde wiederum ein Umbau der Innenräume im Schützenhaus unter der Leitung des 1.Schützenmeisters Martin Schmid vorgenommen. Wiederum änderte sich 1996 die Zusammensetzung der Vorstandschaft. In der Mitgliederversammlung im Frühjahr 1996 wurde Franz Düring zum 1.Schützenmeister gewählt, zweiter Schützenmeister und Stellvertreter wurde Hans Häusler. Dank und Annerkennung sprach der Schützenmeister für langjährige Treue zur Schützengesellschaft einigen Mitgliedern aus. So wurden die Ehrenmitglieder Dr. Eduard Roßner und Karl Biller für 60-jährige Mitgliedschaft geehrt. Am 13. August 1997 wurde nach zweijähriger Planungsphase die vorzeitige Baugenehmigung zum Schießstandbau erteilt und sofort wurde am 25.8.1997 mit den Bauarbeiten begonnen. Unter der Leitung des 1.Schützenmeisters Düring entstand ein neues Schießsportzentrum, das mit 20.000 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden errichtet wurde und mit mehr als einer Million Deutsche Mark veranschlagt war. Land, Kreis und Stadt bezuschussten den Bau. Am Freitag, den 19.9.97 war um 14.00 Uhr die feierliche Grundsteinlegung für den Bau der neuen Schießanlage der Schützengesellschaft in Neumarkt, Kerschensteinerstraße 9. Bei der Grundsteinlegung wurde ein Zylinder mit Urkunden, Plänen und Zeitungen versenkt und eingemauert. Es entstand eine LG-Halle mit 24 Ständen, in der auch Luftpistole und Armbrust 10 m geschossen werden kann, ferner 5 Stände (Seilzuganlage ) für das 100 m Schießen (änderbar auf 50 m und 15 m, GK, KK und Zimmerstutzen ), eine überdachte Pistolenanlage (25 m) mit 10 Ständen und 10 Gewehrstände für das Kleinkaliberschießen auf 50 m. Allein die später zu Ehrenmitgliedern ernannten Schützenbrüder Willi Feßmann und Heinrich Petermaier erbrachten je 1500 freiwillig geleistete Arbeitsstunden. Bei den Neuwahlen 1998 wurde die bisherige Vorstandschaft in ihren Ämtern bestätigt. Im sportlichen Sektor wurde die Neumarkter Schützin Julia Ziegler zu einem internationalen Juniorenturnier nach Kempten nominiert und erreichte dort einen nicht erwarteten vierten Platz. Am Samstag, den 19. September 1998 wurde die neue Schießanlage der Schützengesellschaft von 1433 eröffnet. An den 24 Luftgewehrständen in der 15 x 25 m großen Halle kann Luftgewehr, Armbrust und Luftpistole geschossen werden. Die Sportpistolenanlage mit 10 je 25 m langen Pistolenständen in der Größe von 30 x 11 m ist so gut wie fertig gestellt. Die Arbeiten an der KK-Anlage, die eine Fläche von 10 x 50 m bzw. 4 x 100 m aufweisen, waren noch nicht vollendet. 87 freiwillige Helfer der Schützengesellschaft haben 10 000 Arbeitsstunden geleistet. Die Ehrengäste zeigten sich anlässlich der Einweihungsfeier sehr beeindruckt. Bundestagsabgeordneter Helmut Jawurek beglückwünschte die Schützengesellschaft und Oberbürgermeister Alois Karl bezeichnete die Schützengesellschaft als einen etablierten und bewährten Teil der Stadt Neumarkt, der eine großartige Gemeinschaftsleistung erbracht habe. Landrat Albert Löhner zollte der Schützengesellschaft ebenfalls Lob. Für ihre herausragenden Leistungen im Schießen erhielt Julia Ziegler im Jahr 2002 den Sportehrenpreis der Stadt Neumarkt Am 5. März 2000 eröffnete die Neumarkter Schützengesellschaft ihre 100-Meter-Kleinkaliber-Anlage mit dem Gauschießen des Gaues Altdorf-Neumarkt-Beilngries. Die Neumarkter wurden Mannschaftssieger und die beste Schützin war wiederum Julia Ziegler. Von der Größe und Leistung her wurde die Schießanlage als “Schießsportzentrum“ Neumarkt bezeichnet. Am 22. Oktober 2000 weihte die Schützengesellschaft das Schießsportzentrum ein. Es zählt zu den bedeutendsten Anlagen im nordbayerischen Raum. Modernste Technik kommt heute beim Schießen zum Einsatz. Mittels Lichtschranken wird der Treffer auf der Scheibe erfasst und mit einem PC-Programm weiter verarbeitet. So kann der abgegebene Schuss sofort ausgewertet werden und wird zeitgleich auf einem Bildschirm dem Schützen angezeigt. In knapp vierjähriger Bauzeit entstanden die Schießstände. Den Gottesdienst am Einweihungstag, den 22.10.2000 zelebrierte Pfarrer Norbert Winner in der neuen Luftgewehrhalle und er gab dem Schießsportzentrum den kirchlichen Segen. In seiner Predigt hob Pfarrer Winner die Bedeutung der „Schützen“ hervor, deren Name und Tradition sich von „Beschützen“ und keineswegs vom Schießen her ableiten würde. Schirmherr war Oberbürgermeister Alois Karl. Als Gastgeschenk brachte Pfarrer Norbert Winner ein Kreuz mit, welches in der Halle einen geeigneten Platz fand. In seiner Festrede ging Oberbürgermeister Alois Karl auf die abwechslungsreiche Geschichte der Schützengesellschaft ein, denn die Schützengesellschaft Neumarkt ist ja der älteste Verein in der Jurastadt. Unter anderem führte er an, dass der wahre Reichtum der Stadt sich aus ihren Vereinen ergebe und die Schützengesellschaft von 1433 Neumarkt gebe wahrlich ein gutes Gesicht ab. Verewigt wurde das Schießsportzentrum auf einer 35-Millimeter-Medaille in Silber und Bronze, die in Zusammenarbeit mit dem Münzverein Neumarkt erstellte wurde, als auch auf einer Ehrenscheibe ( gestaltet von W. Fuchs ) mit den Namen aller am Bau beteiligten Schützen. Vom 21. bis 23. September 2001, wurde wieder ein Bundesligaschießen in der auf den neuesten Stand hergerichteten Luftgewehrhalle der Schützengesellschaft durchgeführt. An diesem Wochenende sahen 300 Zuschauer herausragende Leistungen der Bundesligateams im Luftgewehrschießen. In seinem Amt als 1.Schützenmeister wurde Franz Düring bei den Neuwahlen im März 2002 bestätigt. Zweiter Schützenmeister und Stellvertreter wurde Willi Fuchs, Schriftführer und 3. Schützenmeister Werner Schmid. Schatzmeister blieb Ernst Herrmann. Sportleiter wurde Michael Meier und Pistolengruppenleiter Ernst Matschiner. Im Jahre 2005, genau am Samstag, den 28.Mai, gründete man eine eigene Sparte für die Böllerschützen. Mit einem Gründungsschießen wurde am gleichen Tag der Einstieg besiegelt. Böllerschießen ist ein Traditionsschießen. Die Gruppe weist derzeit 19 Mitglieder auf und zum Böllerreferenten wurde Oswin Hoh gewählt. Böllersachkunde-Prüfung und Zuverlässigkeit sind Voraussetzungen für das Böllerschießen. Geschossen wird nicht nur mit Hand-Böllern, sondern auch mit der im Besitz der Schützengesellschaft befindlichen Kanone. Die Salutkanone (216 Pfund schwer) stammt aus dem Jahre 1849 von der Glockengießerei Kärnlein in Nürnberg. Damals wurden zwei Kanonenrohre bei dieser Firma bestellt und sie kosteten dem Magistrat Neumarkt 274 Gulden. Die zweite Kanone ist leider schon vor dem Ersten Weltkrieg abhanden gekommen. Die ursprüngliche Lafette (von einem Handwerksmeister in Neumarkt angefertigt) hielt nicht mehr stand und so wurde eine neue Lafette nach dem heutigen Stand gebaut. Die Salutkanone wird heute noch auf einem Festwagen beim Volksfestzug mitgeführt. Bei organisierten Böllertreffen kommt die Kanone wiederholt zum Einsatz. Die Neuwahlen in der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2006 brachten eine Änderung in der Führungsspitze der Schützengesellschaft. Der bisherige Schützenmeister Franz Düring kandidierte nicht mehr und so wurde Josef Dietmayr zum 1.Schützenmeister gewählt. Alle weiteren Ämter wurden von den bisherigen Personen weitergeführt. An Franz Düring erging der Dank aller Schützenschwestern und Schützenbrüder für seine und des Schützenmeiseramtes großartigen Einsatzes. Für diese geleistete Arbeit, auch als 1.Schützenmeister in der Schützengesellschaft, wurde er zum Ehrenschützenmeister ernannt. Anlässlich der Weihnachtsfeier 2006 wurden die Ehrenmitglieder Dr. Eduard Roßner und Karl Biller für 60-jährige Mitgliedschaft geehrt. Im Jahre 2008 begeht die Schützengesellschaft von 1433 Neumarkt i.d.Oberpfalz ihr 575-jähriges Gründungsfest. Begleitet wird dieses Festjahr mit einer Ausstellung ( April-Mai 2008 ) im Rathaus der Stadt Neumarkt über das Schützenwesen von dem Jahr 1433 bis in die Neuzeit. Während des alljählichen Volksfestes im August 2008 findet in einem Schützenzelt ein Bürgerschießen mit alten Traditionswaffen statt. Auch eine Festscheibe wird über einen “Blatt`l-Schuss“ ausgeschossen. Der Offizielle Festabend mit vorausgehender Kirche in St.Johannes und anschließendem Fahnenzug zum Residenzplatz wird in der Krümptner Stallung des Neumarkter Schlosses gefeiert.
Sport, Tradition und Geselligkeit sind auch heute noch die Eckpfeiler der Schützengesellschaft von 1433 in Neumarkt in der Oberpfalz.
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